Studientage in Weimar
Deutsch-Leistungskurse des beruflichen Gymnasiums der Brühlwiesenschule auf Goethes Spuren und auf Exkurs durch die deutsche Geschichte

Johann Wolfgang von Goethes Werk, insbesondere seinen klassischen Gedichte und die Tragödie Faust I, sind ein fester Bestandteil des Werkekanons für die gymnasiale Oberstufe in Hessen. Dies nahmen die beiden Leistungskurslehrerinnen Ebru Secer und Nadja Theviot zum Anlass, gemeinsam mit ihren Kursen eine Fahrt in die Stadt zu planen, in der Goethe einen Großteil seines Lebens verbrachte. Die Schüler/innen und Lehrerinnen waren sich einig, dass die Verknüpfung von persönlichen Erfahrungen mit unterrichtlichen Inhalten hervorragend dazu geeignet sei, die Auseinandersetzung mit dem Autor und seinem Werk zu erleichtern. Insbesondere die Einflüsse der Umgebung und der Personen, die das Leben des Autors prägten, wären interessante Anknüpfungspunkte für den Deutschunterricht, so die Meinung der Lerngruppen. Neben Goethe wurden deshalb auch Friedrich Schiller, Johann Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland ins Auge gefasst. Neben den literarischen Größen, deren Spuren überall in Weimar zu finden sind, wurden bei der Planung der Studientage auch fächerübergreifende Aspekte berücksichtigt. Schließlich ist Weimar, bzw. die nähere Umgebung, ein geschichtsträchtiger Ort – an dieser Stelle sei kurz auf das KZ Buchenwald verwiesen, dazu aber später mehr – und auch aus architektonischer Sicht ist die Kulturhauptstadt eine Reise wert.

Das geplante Programm war ebenso umfang-, wie abwechslungsreich. Die erste Stadtführung nach der Ankunft und dem Einchecken in die Jugendherberge vermittelte der Gruppe einen ersten Überblick über die Architektur und die Geschichte der Stadt. Am Abend nutzen die Kurse die Zeit für einen gemeinsamen Bowlingbahnbesuch. Der nächste Tag startete mit der Vertiefung der geschichtlichen Eindrücke im Stadtschloss, an dessen Wiederaufbau Goethe maßgeblich beteiligt war. Hier bewunderten die Schüler/innen insbesondere die klassizistische Innenausstattung und die Kunstsammlung im Schlossmuseum. Weiter ging es auf Goethes Spuren zu seinem Wohnhaus und dem Gartenhaus, in dem viele seiner Gedichte entstanden sind, Beweise für die tiefe Naturverbundenheit des Dichters. In seinem Wohnhaus konnten die Schüler/innen einen Blick in das Arbeitszimmer und die Bibliothek werfen. Ferner befindet sich dort der überwiegend im Original erhaltene Nachlass, inklusive einer Haarlocke von Charlotte («Lotte») Buff und der Erstausgabe des Werkes Faust. Ein Besuch im Bauhaus- Museum und ein Blick auf das Anwesen Goethes engen Vertrauten Schiller rundeten den Tag ab. Bei einem gemeinsamen Abendessen tauschte sich die Gruppe über die gewonnenen Eindrücke aus. Ein wichtiger und beeindruckender Programmpunkt war sicher der Besuch im KZ Buchenwald. Die heutige Gedenkstätte liegt nur wenige Kilometer von der Klassikerstadt Weimar entfernt. Hier setzte sich die Schülergruppe mit dem schwierigen Thema der Verbrechen der NS-Zeit auseinander und war sich schnell darüber einig, dass sie aus dem Geschichts- und Politikunterricht schon vieles mitgenommen haben, es aber wichtig ist, dieses Wissen noch weiter zu vertiefen. Neu war vielen sicher, dass auch an diesem geschichtlich geprägten Ort der Einfluss Goethes zu spüren ist, wenn auch nur indirekt. Der Name wurde auf Betreiben der Goethe-Gesellschaft von KZ am Ettersberg in Buchenwald geändert, um mögliche Verbindungen zu dem berühmten Autor zu minimieren.

Die Schüler/innen und die beiden Lehrerinnen sind sich einig: Die drei Studientage in Weimar haben viel gebracht und dies nicht nur für den Unterricht in den Fächern Deutsch, Politik und Geschichte, sondern auch für den Zusammenhalt untereinander. „Wir empfehlen die Fahrt weiter und hoffen, dass sie fester Bestandteil in der Oberstufe wird!“, so der einhellige Tenor.

 
 
Die Deutschleistungskurse vor dem Goethe-und-Schiller-Denkmal auf dem Theaterplatz in Weimar