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Freisprechung der Tischler-Innung 2026

Mehr als Holz und Handwerk: „In diesen Möbeln steckt jede Menge Kommunikation“

Stolz, Erleichterung und viel Applaus kennzeichneten die Freisprechungsfeier der Tischler-Innung Main-Taunus in der Aula der Brühlwiesenschule. Zahlreiche Familienangehörige, Freunde, Ausbilder und Betriebsvertreter waren gekommen, um die frischgebackenen Tischlerinnen und Tischler auf ihrem Weg in den Beruf zu begleiten und ihre Leistungen zu würdigen.

Auch Schulleiter Christoph Berg richtete in einem Grußwort Worte an die Gesellinnen und Gesellen. Dabei würdigte er ihren Ausbildungsberuf sowie die Leistungen, die sie im Rahmen ihrer Ausbildung und in den Gesellenprüfungen erbracht hatten.

Den Auftakt der Feier übernahm Ernst Breuninger, Klassenlehrer der Abschlussklasse, Mitglied des Prüfungsausschusses und Koordinator des Fachbereichs Holztechnik an der Brühlwiesenschule. In seiner Begrüßung gratulierte er den Absolventinnen und Absolventen zur bestandenen Gesellenprüfung und erinnerte daran, welchen Weg sie bis zu diesem Tag zurückgelegt hatten.

Besonders hob Breuninger die Bedeutung des Gesellenstücks hervor, das als sichtbarer Höhepunkt der Ausbildung im Foyer der Brühlwiesenschule ausgestellt war. In den Möbeln stecke weit mehr als handwerkliches Können, betonte er. Neben Planung, Konstruktion und Fertigung sei vor allem eines entscheidend gewesen: der Austausch mit anderen Menschen.

„Was noch in diesen Möbeln steckt – und das ist nahezu unsichtbar – ist jede Menge Kommunikation“, sagte Breuninger. Die angehenden Gesellinnen und Gesellen hätten in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche mit Ausbildern, Kolleginnen, Lehrkräften, Freunden und Familien geführt. Dieses Miteinander sei oft genauso wichtig wie die Arbeit an Werkbank und Maschine.

Mit Blick auf die Zukunft gab er den Absolventinnen und Absolventen einen Rat mit auf den Weg: „Bleibt dran, redet mit euren Auftraggebern, mit euren Arbeitgebern und mit denen, die sich über eure gute Laune freuen und manchmal bereit sind, eure schlechte auszuhalten.“ Kommunikation werde im Berufsleben immer wichtiger – sowohl im Betrieb als auch im Umgang mit Kunden.

Martin Schuchardt, Obermeister der Tischler-Innung Main-Taunus und Kreishandwerksmeister, richtete das Wort an die Gesellen und Gesellinnen. Er stellte zunächst eine bewusst provokante Frage: „Haben Sie mit Ihrer abgeschlossenen Berufsausbildung den richtigen Weg eingeschlagen?“ Angesichts globaler Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheiten beantwortete er diese selbst mit einem klaren „Ja“. Das erlernte Handwerk, so Schuchardt, bilde ein stabiles Fundament für die Zukunft.

„Ihr erworbenes Wissen und handwerkliche Fertigkeiten sind ein sicheres Fundament für alles, was Sie sich für Ihre Zukunft vornehmen.“ Gleichzeitig verwies er auf die hervorragenden Perspektiven im Handwerk. Gut ausgebildete Fachkräfte seien gefragter denn je. Den frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen gab er mit auf den Weg: „Sie haben mit Ihrem Abschluss für sich alle Joker-Karten in der Hand.“

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Ehrung im Gestaltungswettbewerb „Gute Form“, die von Thomas Herglotz moderiert wurde. Der Wettbewerb zeichnet Gesellenstücke aus, die handwerkliche Qualität und überzeugende Gestaltung auf besondere Weise verbinden.

Die Jury vergab den dritten Platz an Sebastian Schuster vom Ausbildungsbetrieb Heribert Staudt in Hattersheim. Aaron Havighorst, ausgebildet bei Thomas Rieger in Liederbach, erreichte Rang zwei. Über den ersten Platz durfte sich Kathrin Lohle von Bremthaler Möbel in Eppstein freuen.

Auch die besten Ergebnisse der Gesellenprüfung wurden ausgezeichnet. Karl Ruben Krumnow vom Betrieb Duckhorn & Backes oHG in Kelkheim belegte den dritten Platz. Aaron Havighorst konnte sich mit seinem hervorragenden Prüfungsergebnis zusätzlich über Rang zwei freuen. Als bester Prüfling des Jahrgangs wurde schließlich Sebastian Schuster geehrt, der damit gleich zweimal Grund zur Freude hatte.

Nach der offiziellen Freisprechung nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die ausgestellten Gesellenstücke noch einmal in Ruhe zu betrachten und mit den Absolventinnen und Absolventen ins Gespräch zu kommen. Für die jungen Fachkräfte markierte die Feier nicht nur das Ende ihrer Ausbildungszeit, sondern zugleich den Beginn eines neuen beruflichen Abschnitts – begleitet vom Stolz ihrer Familien, der Anerkennung ihrer Betriebe und der Gewissheit, sich für einen Beruf mit Zukunft entschieden zu haben.

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